Tag 13 – Sahagún
38 km (392,8) 8,5 h
Der Regen begann zehn Minuten nachdem ich los gelaufen bin. Die erste Etappe für heute ging ich 17 km non-stop im Regen. Das Restaurant am Eingang von Calzadilla de la Cueza war direkt eine willkommene Einladung meine durchnässten Hosen und Schuhe auszuziehen. Zwei Italiener haben gerade heute hier eröffnet. Leckerer Kaffee, Bocadillos und Tiramisu haben mir den Aufenthalt versüßt. Nach einer Stunde bin ich dann weiter nach Sahagún gestürmt. Sahagún ist genau der Mittelpunkt des französischen caminos. Ich wollte es nicht bei den 17 km belassen und habe mich trotz anhaltendem Regen auf den Weg gemacht. Eine Stunde später hat es dann tatsächlich aufgehört und ich konnte die restlichen 15 Kilometer noch etwas austrocknen. Ich bin zufrieden mit den 38 km, die ich heute hinter mich gebracht habe.
Durch mein Couching habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie es kommt, dass mir bei vielen Dingen, die ich mache, so schnell langweilig wird. Ich verfalle dann oft in einen Modus des nichtstuns und der Unzufriedenheit. So geht es mir z.b. auch bei der Arbeit, dass mir nach ein oder zwei Jahren die Motivation fehlt. Das blöde ist nur, dass ich oft erst einen externen Impuls brauche, um eine Veränderung einzuleiten und mich neu herauszufordern.
Eine kleine Historie:
Schule war mir oft langweilig. Ich habe im Unterricht geschlafen sobald ich nicht genug gefordert wurde.
-> Änderung: Ausbildung
Meine Ausbildung war mir eigentlich gegen Ende auch zu langweilig.
– Verkürzung der Ausbildung nicht wahrgenommen
Nach der Ausbildung habe ich drei Jahre in Operations Monitoring bei BASF gearbeitet, hier war es mir nach einem Jahr schon langweilig
– Mein guter Freund Patrick hatte mich nach ca eineinhalb Jahren zum Fachabi im Fernstudium inspiriert. Wir haben es zusammen gemacht.
– durch Umstrukturierungen in der Abteilung habe ich mich zum Studium in Hamburg entschlossen.
Mein Bachelor European Computer Science war nicht sonderlich fordernd
– die Option nach Portugal zu gehen hat sich während des Studiums nach einem Jahr ergeben
– ich habe mein Englisch um Welten verbessert und gleichzeitig Portugiesisch gelernt
– ich habe eineinhalb Jahre in Lissabon und Coimbra gelebt und auf Portugiesisch studiert
Zurück bei BASF habe ich schon nach 1 bis 2 Jahren keinen großen Antrieb mehr empfunden, habe aber auch nicht von selbst nach Herausforderungen gesucht.
– Wieder war es Patrick der mich auf eine Stelle immer AD Team aufmerksam gemacht hat. Ich habe mich beworben und wurde akzeptiert, trotz dessen ich eigentlich noch keine praktische Erfahrung im Bereich AD hatte.
Im AD Team waren die ersten zwei Jahre interessant und spannend. Ich konnte mich schnell entwickeln und viel Neues dazulernen.
– nach drei Jahren habe ich nach 17 Jahren BASF gekündigt. Der Austritt ist spätestens diesen September. Ich war schon länger unzufrieden. Die Kündigung wurde durchs das Buch „think again“ von Adam Grant getriggert.
Eines der Dinge, die ich mir fest vorgenommen habe, ist mehr über meine Zufriedenheit zu reflektieren und selbstbestimmter neue Herausforderungen zu suchen. Vor allem will ich die neuen Herausforderungen schneller angehen, bevor ich in das Loch des Komforts falle.
Ich sehe die reflektion über meine Vergangenheit als Inspiration und hoffentlich nicht mehr die selben Fehler in der Zukunft zu begehen.
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